Wie Funktioniert eine Wärmepumpe? Schweizer Experten Erklären

Screenshot 2025 04 16 184143 - Wie Funktioniert eine Wärmepumpe? Schweizer Experten Erklären

Bereits 1931 wurde im Rathaus Zürich die erste grosse Wärmepumpe der Schweiz installiert – ein System, das bis heute erfolgreich in Betrieb ist. Wie funktioniert eine Wärmepumpe so effizient, dass sie seit über 90 Jahren zuverlässig Wärme liefert?

Die Funktionsweise der Wärmepumpe ist dabei beeindruckend effizient: Mit modernen Systemen lassen sich heute Leistungszahlen (COP) von 4,0 bis 5,0 erreichen. Das bedeutet, dass eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom bis zu fünf Kilowattstunden Wärme erzeugen kann. Diese Technologie nutzt natürliche Umgebungsenergie wie Luft, Wasser oder Erdwärme und kann bis zu 70 Prozent der benötigten Heizenergie aus diesen kostenlosen Quellen gewinnen.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen detailliert die Funktionsweise einer Wärmepumpe, von den grundlegenden physikalischen Prinzipien bis hin zu den technischen Komponenten. Dabei erfahren Sie auch, warum diese Technologie in der Schweiz immer beliebter wird und wie Sie von den erheblichen Kosteneinsparungen profitieren können.

Thermodynamisches Prinzip der Wärmepumpe

Die Wärmepumpe folgt einem faszinierenden physikalischen Prinzip, das auf dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik basiert. Im Kern handelt es sich um eine Kraftwärmemaschine, die thermische Energie aus einem kühleren Reservoir (der Umgebung) aufnimmt und durch Zuführung technischer Arbeit auf ein höheres Temperaturniveau “pumpt”.

Vergleich mit Kühlschrank: Umgekehrter Wärmetransport

Eine Wärmepumpe funktioniert nach demselben Grundprinzip wie ein Kühlschrank – nur in umgekehrter Richtung. Während der Kühlschrank seinem Innenraum Wärme entzieht und diese nach aussen abgibt, macht die Wärmepumpe genau das Gegenteil. Sie entzieht der Umgebung (Luft, Erdreich oder Wasser) Wärmeenergie und transportiert diese ins Innere des Gebäudes, wo sie als Heizenergie genutzt wird.

Dieser Vergleich ist besonders anschaulich: Der Kühlschrank kühlt seinen Inhalt, indem er Wärme von innen nach aussen transportiert. Die Wärmepumpe hingegen heizt das Gebäude, indem sie Wärme von aussen nach innen befördert. Beide Systeme nutzen denselben thermodynamischen Kreisprozess – mit unterschiedlicher Zielrichtung.

Energiequellen: Luft, Wasser, Erdreich

Je nach genutzter Energiequelle unterscheiden wir verschiedene Wärmepumpentypen:

  1. Luft-Wasser-Wärmepumpen: Diese nutzen die in der Umgebungsluft enthaltene Wärme. Moderne Systeme können selbst bei Aussentemperaturen von bis zu -20°C noch effizient arbeiten. Die Bezeichnung verrät die Funktionsweise: Der erste Teil (Luft) bezeichnet die Wärmequelle, der zweite Teil (Wasser) das Medium zur Wärmeverteilung im Haus.
  2. Sole-Wasser-Wärmepumpen: Diese erschliessen die Wärme aus dem Erdreich. Entweder über vertikale Erdsonden (Tiefenbohrungen von 50 bis 100 Meter) oder horizontale Erdkollektoren (oberflächennahe Verlegung in etwa 1,5 Meter Tiefe). Ab einer Tiefe von etwa 10 Metern herrschen im Erdreich ganzjährig konstante Temperaturen von etwa 10°C, was zu einer gleichmässigen Effizienz führt.
  3. Wasser-Wasser-Wärmepumpen: Diese nutzen die Wärmeenergie des Grundwassers, das ganzjährig Temperaturen zwischen 8 und 12°C aufweist. Für den Betrieb wird ein System aus Förder- und Schluckbrunnen benötigt.

Dabei gilt: Je geringer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und gewünschter Heiztemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Daher bieten Erdreich und Grundwasser mit ihren relativ konstanten Temperaturen Effizienzvorteile gegenüber der stärker schwankenden Lufttemperatur.

Prinzip Wärmepumpe: Wärmeaufnahme und -abgabe

Der Wärmepumpenprozess, auch Plank-Prozess genannt, läuft in einem geschlossenen Kreislauf ab. Dabei durchläuft ein Kältemittel vier wesentliche Phasen:

  1. Verdampfung: Im Verdampfer nimmt das flüssige Kältemittel Wärme aus der Umwelt auf. Da es einen sehr niedrigen Siedepunkt besitzt, verdampft es bereits bei niedrigen Temperaturen – sogar bei Minusgraden. Die Temperatur der Wärmequelle muss dabei immer etwas höher sein als die Verdampfungstemperatur des Kältemittels.
  2. Verdichtung: Der entstandene Dampf wird im Verdichter (Kompressor) stark komprimiert. Dadurch steigen Druck und Temperatur erheblich an – auf bis zu 100°C. Dieser Prozess erfordert elektrische Energie, die etwa ein Viertel bis ein Drittel der später nutzbaren Heizenergie ausmacht.
  3. Verflüssigung: Im Kondensator (Verflüssiger) gibt das heisse, gasförmige Kältemittel seine Wärmeenergie an das Heizungswasser ab. Dabei kondensiert es wieder zu einer Flüssigkeit.
  4. Entspannung: Im Expansionsventil wird der Druck des flüssigen Kältemittels abgesenkt. Dadurch kühlt es stark ab und kann im Verdampfer erneut Umgebungswärme aufnehmen.

Dieser Kreislauf wiederholt sich kontinuierlich. Mit einer Kilowattstunde elektrischer Energie für den Antrieb des Verdichters kann die Wärmepumpe bis zu fünf Kilowattstunden Heizenergie erzeugen, da etwa 75% der Energie aus der Umwelt stammen.

Neben der häufigsten Bauform der Kompressionswärmepumpe gibt es auch Absorptions- und Adsorptionswärmepumpen, die mit anderen physikalischen Effekten arbeiten.

Aufbau und Komponenten im Detail

Die moderne Wärmepumpe besteht aus vier Hauptkomponenten, die durch einen geschlossenen Kreislauf miteinander verbunden sind. Jedes dieser Bauteile erfüllt eine spezifische Funktion, damit das gesamte System effizient arbeiten kann. Zusammen bilden sie einen perfekt abgestimmten Kreislauf, der das thermodynamische Prinzip der Wärmepumpe in die Praxis umsetzt.

Verdampfer: Wärmeaufnahme durch Kältemittel

Der Verdampfer fungiert als Schnittstelle zur Umgebung und ist für die Wärmeaufnahme verantwortlich. In diesem Wärmetauscher trifft das flüssige Kältemittel, das einen aussergewöhnlich niedrigen Siedepunkt besitzt, auf die Wärmequelle (Luft, Wasser oder Erdreich). Da die Temperatur der Wärmequelle über dem Siedepunkt des Kältemittels liegt, nimmt das Kältemittel die Umgebungswärme auf und verdampft.

Dieser Phasenübergang von flüssig zu gasförmig findet bei konstantem Druck und niedriger Temperatur statt. Dabei entzieht das Kältemittel seiner Umgebung Wärmeenergie – selbst bei Aussentemperaturen unter dem Gefrierpunkt. Der Verdampfer arbeitet somit als Wärmesammler und bildet den Ausgangspunkt des Wärmepumpenprozesses.

Verdichter: Druckerhöhung und Temperaturanstieg

Der Verdichter, oft auch als Kompressor bezeichnet, ist das Herzstück der Wärmepumpe. In diesem Bauteil wird das gasförmige Kältemittel aus dem Verdampfer angesaugt und stark komprimiert. Durch diese mechanische Krafteinwirkung steigen sowohl der Druck als auch die Temperatur des Kältemittels erheblich an.

In modernen Wärmepumpen kommen hauptsächlich Scrollverdichter zum Einsatz. Diese bestehen aus zwei ineinander verschachtelten Spiralen, wobei eine fest installiert ist und die andere rotiert. Durch diese Rotation entsteht ein Verdichtungseffekt, bei dem das Gas in immer kleinere Kammern geführt wird. Darüber hinaus bieten Scrollverdichter entscheidende Vorteile:

  • Sie arbeiten vergleichsweise geräuscharm
  • Sie sind aufgrund weniger beweglicher Teile besonders langlebig
  • Sie können bei guter Wartung über 15-20 Jahre zuverlässig arbeiten

Der Verdichter benötigt elektrische Energie für seinen Betrieb – typischerweise etwa 25-35% der später nutzbaren Heizenergie.

Kondensator: Wärmeabgabe an Heizsystem

Nach der Verdichtung strömt das nun heisse, gasförmige Kältemittel in den Kondensator (auch Verflüssiger genannt). Dieser Wärmetauscher überträgt die im Kältemittel gespeicherte Wärmeenergie an das Heizsystem des Gebäudes.

Genaueres lesen Sie im folgendem Artikel: https://www.mein-autolexikon.de/heizungklima/kondensator.html

Im Kondensator durchläuft das Kältemittel einen dreistufigen Prozess:

  1. Enthitzung: Das überhitzte Gas wird zunächst auf Verflüssigungstemperatur abgekühlt
  2. Verflüssigung: Bei konstantem Druck kondensiert das Kältemittel und wird wieder flüssig
  3. Unterkühlung: Das Kondensat wird weiter gekühlt, um Dampfblasen vor dem Expansionsventil zu vermeiden

Während dieses Vorgangs gibt das Kältemittel seine Wärme an das Heizungswasser ab, welches dadurch auf die gewünschte Vorlauftemperatur erwärmt wird. Anschliessend kann diese Wärme im Gebäude verteilt werden – sei es durch Fussbodenheizung oder Heizkörper.

Screenshot 2025 04 16 175705 - Wie Funktioniert eine Wärmepumpe? Schweizer Experten Erklären

Expansionsventil: Druckabsenkung für Kreislaufschluss

Das Expansionsventil (auch Drosselventil oder Entspannungsventil genannt) schliesst den Kreislauf der Wärmepumpe. Seine Hauptaufgabe besteht darin, den Druck des flüssigen Kältemittels nach dem Kondensator stark abzusenken.

Durch diese Druckminderung dehnt sich das Kältemittel aus, wodurch seine Temperatur erheblich sinkt – bis unter die Temperatur der Wärmequelle. Infolgedessen ist das Kältemittel wieder in der Lage, erneut Wärme aus der Umgebung aufzunehmen. Allerdings erfüllt das Expansionsventil noch weitere wichtige Funktionen:

  • Es reguliert den Kältemitteldurchfluss und passt ihn bei Bedarf an
  • Es verhindert, dass flüssiges Kältemittel in den Verdichter gelangt, was diesen beschädigen könnte
  • Es sorgt für eine konstante Überhitzung des Sauggases

In modernen Anlagen kommen häufig elektronisch geregelte Expansionsventile (EEV) zum Einsatz, die den Kältemittelfluss präzise steuern und dadurch die Effizienz der gesamten Wärmepumpe verbessern.

Zusammen bilden diese vier Komponenten einen kontinuierlichen Kreislauf, der es der Wärmepumpe ermöglicht, mit vergleichsweise geringem Stromeinsatz erhebliche Wärmemengen zu erzeugen und damit ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen.

Materials and Methods: Technische Umsetzung der Wärmepumpe

Bei der technischen Umsetzung einer Wärmepumpe spielen drei Faktoren eine entscheidende Rolle: das verwendete Kältemittel, die Materialien der Wärmetauscher und die Messmethoden zur Effizienzbewertung. Diese Elemente bestimmen massgeblich die Leistungsfähigkeit und Umweltverträglichkeit moderner Wärmepumpensysteme.

Kältemitteltypen: R290, R32 und ihre Eigenschaften

In modernen Wärmepumpen kommen hauptsächlich zwei Kältemitteltypen zum Einsatz: R32 (Difluormethan) und R290 (Propan). Beide unterscheiden sich wesentlich in ihren Umwelteigenschaften und thermodynamischen Fähigkeiten.

R290 ist ein natürliches Kältemittel mit einem äusserst niedrigen Treibhauspotential (GWP) von nur 3. Als natürlicher Kohlenwasserstoff fällt es nicht unter die F-Gase-Verordnung und gilt daher als zukunftssicher. Darüber hinaus ermöglicht R290 beeindruckende Vorlauftemperaturen von bis zu 75°C bei -15°C Aussentemperatur. Allerdings ist R290 leicht entflammbar und wird in der Sicherheitsgruppe A3 geführt, weshalb spezielle Sicherheitszonen bei der Installation eingehalten werden müssen.

Im Gegensatz dazu hat R32 ein deutlich höheres GWP von 675. Dennoch findet es aktuell in den meisten Wärmepumpen Verwendung, da es als schwer entflammbar gilt (Sicherheitsklasse A2L) und somit weniger strenge Installationsanforderungen mit sich bringt.

Rohrsysteme und Wärmetauscher-Materialien

Die Wärmetauscher einer Wärmepumpe bestehen vorwiegend aus Metallen mit hervorragender Wärmeleitfähigkeit. Im Klimabereich werden hauptsächlich Kupfer und Aluminium eingesetzt. Bei Heizungssystemen kommt hingegen meist Stahlblech zum Einsatz, während in industriellen Anlagen primär Edelstahl verwendet wird.

Für eine optimale Effizienz muss der Wärmetauscher zwei grundlegende Eigenschaften erfüllen:

  1. Exzellente Wärmeleitfähigkeit des Materials
  2. Grosse Oberfläche für maximalen Wärmeaustausch

Zudem ist eine turbulente Strömung vorteilhaft, da sie den Wärmeübergang verbessert. Bei Wärmetauschern zwischen Flüssigkeit und Gas (beispielsweise in Luft-Wasser-Wärmepumpen) werden auf der Gasseite häufig Rippen oder Bleche zur Oberflächenvergrösserung eingesetzt.

Messmethoden zur Effizienzbewertung (COP, JAZ)

Die Effizienz einer Wärmepumpe wird anhand zweier entscheidender Kennzahlen bewertet: dem COP (Coefficient of Performance) und der JAZ (Jahresarbeitszahl).

Der COP beschreibt das Verhältnis der abgegebenen Heizleistung zur aufgenommenen elektrischen Leistung. Die Berechnung erfolgt nach der Formel:

COP = Abgegebene Wärmeleistung / Eingesetzte elektrische Leistung

Diese Leistungszahl wird unter Laborbedingungen nach DIN EN 14511 ermittelt und dient primär dem Vergleich verschiedener Wärmepumpenmodelle. Der COP wird meist in der Form “A2/W35 = 3,79” angegeben, wobei der erste Wert die Temperatur der Wärmequelle und der zweite die Vorlauftemperatur des Heizsystems bezeichnet.

Im Unterschied zum COP stellt die JAZ die tatsächliche Effizienz im praktischen Gebrauch dar. Sie wird über ein ganzes Betriebsjahr unter realen Bedingungen gemessen und nach folgender Formel berechnet:

JAZ = Erzeugte Wärmemenge pro Jahr / Stromverbrauch pro Jahr

Während der COP lediglich eine Momentaufnahme bietet, berücksichtigt die JAZ alle Betriebszustände einer Wärmepumpe über das Jahr hinweg und gilt daher als zuverlässigerer Effizienzindikator.

Für wirtschaftlich effiziente Wärmepumpen sollten Luft-Wasser-Systeme einen COP von mindestens 3,5 aufweisen, während bei Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpen Werte über 4,0 anzustreben sind.

Results and Discussion: Effizienz und Leistungsdaten

In der Praxis zeigt sich die Effizienz einer Wärmepumpe durch messbare Leistungskennzahlen, die besonders unter schweizerischen Winterbedingungen relevant sind. Die Leistungsdaten geben Aufschluss darüber, wie effektiv das Prinzip der Wärmepumpe im realen Betrieb funktioniert.

COP-Werte im Schweizer Winterbetrieb

Der COP (Coefficient of Performance) ist die zentrale Messgrösse für die Effizienz einer Wärmepumpe. Er beschreibt das Verhältnis zwischen abgegebener Wärmeleistung und aufgenommener elektrischer Leistung. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen in der Schweiz typischerweise COP-Werte von 3,4 bis 4,1. Bei sehr niedrigen Temperaturen sinkt dieser Wert jedoch deutlich. Fällt die Aussentemperatur beispielsweise auf -10°C, reduziert sich der COP auf etwa 3,0. In solchen Extremfällen übernimmt häufig ein zusätzlicher elektrischer Heizstab einen Teil der Wärmeerzeugung.

Einfluss der Quellentemperatur auf die Leistung

Die Quellentemperatur beeinflusst massgeblich sowohl die Effizienz als auch die Leistung einer Wärmepumpe. Eine Reduzierung der Quellentemperatur um nur 1°C führt zu einer Verringerung der Leistung um etwa 2 bis 4%. Daher schwankt die Leistung von Wärmepumpen je nach genutzter Wärmequelle mehr oder weniger stark über das Jahr.

Besonders bei Luft-Wasser-Wärmepumpen ist dieser Effekt spürbar, da die Lufttemperatur starken saisonalen Schwankungen unterliegt. Allerdings gleichen sich die niedrigen Quellentemperaturen im Winter und die höheren im Sommer über das Jahr hinweg annähernd aus, wodurch dennoch eine wirtschaftliche Jahresarbeitszahl erreicht wird.

Vergleich Luft-Wasser vs. Sole-Wasser-Wärmepumpe

Zwischen den verschiedenen Wärmepumpentypen bestehen erhebliche Effizienzunterschiede:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen COP-Werte von 3,4 bis 4,1 und Jahresarbeitszahlen (JAZ) zwischen 2,5 und 3,5
  • Sole-Wasser-Wärmepumpen sind mit COP-Werten von 4,4 bis 4,8 und JAZ-Werten von 3,2 bis 4,5 deutlich effizienter[151]
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen bieten mit COP-Werten zwischen 4,9 und 5,8 die höchste Effizienz

Sole-Wasser-Wärmepumpen übertreffen Luft-Wasser-Systeme bezüglich der Effizienz, da die Erdtemperatur im Gegensatz zur Lufttemperatur auch im Winter kaum schwankt. Dadurch arbeiten sie das ganze Jahr über konstant effizient. Zudem eignen sich Sole-Wasser-Wärmepumpen besonders für Gegenden mit längeren, strengen Wintern, während Luft-Wasser-Wärmepumpen ihre Effizienz besonders in Zonen mit gemässigtem Klima entfalten.

Beide Wärmepumpentypen arbeiten zu etwa 70–80% mit erneuerbarer Energie – der Rest wird über Elektroenergie abgedeckt. Jedoch unterscheiden sie sich deutlich in den Installationskosten: Aufgrund der zusätzlichen Logistik ist die Installation einer Sole-Wasser-Wärmepumpe teurer als die einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Screenshot 2025 04 16 175749 - Wie Funktioniert eine Wärmepumpe? Schweizer Experten Erklären

Systemgrenzen und technische Limitierungen

Trotz ihrer beeindruckenden Effizienz unterliegt jede Wärmepumpe bestimmten physikalischen und technischen Grenzen. Diese Limitierungen zu verstehen ist besonders für Schweizer Hausbesitzer wichtig, um realistische Erwartungen an die Funktionsweise ihrer Anlage zu haben.

Leistungsabfall bei -20 °C Umgebungstemperatur

Mit sinkender Aussentemperatur nimmt die Heizleistung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe merklich ab. Während diese bei moderaten Minusgraden noch effizient arbeitet, wird es bei extremer Kälte herausfordernd. Bei Temperaturen zwischen -15 °C und -28 °C steigt der Strombedarf deutlich an. Tatsächlich verlieren Luftwärmepumpen bei etwa -10 °C bereits spürbar an Effizienz. Die Funktionsprinzipien der Wärmepumpe bleiben zwar bestehen, jedoch sinkt die verfügbare Wärmeenergie in der Umgebungsluft mit jedem weiteren Grad unter Null.

Erdreich- und Grundwasserwärmepumpen sind von diesem Problem deutlich weniger betroffen, da sie ganzjährig mit relativ konstanten Quellentemperaturen arbeiten.

Maximale Vorlauftemperatur: 55–65 °C

Ein weiteres Limit moderner Wärmepumpen ist die maximal erreichbare Vorlauftemperatur. Standardmässig erreichen die meisten Wärmepumpen Vorlauftemperaturen zwischen 60 °C und 65 °C. Einige Hochleistungsmodelle können zwar kurzfristig bis zu 70 °C oder sogar 75 °C liefern, dies jedoch auf Kosten der Effizienz.

Darüber hinaus steigt mit jeder Erhöhung der Vorlauftemperatur der Stromverbrauch erheblich – pro Grad Celsius um etwa 2,5 Prozent. Daher sind Flächenheizungen mit niedrigen Vorlauftemperaturen (circa 35 °C) die idealen Partner für Wärmepumpen.

Strombedarf bei Zusatzheizung im Extremfall

Bei extremer Kälte oder hohem Wärmebedarf schaltet sich in vielen Wärmepumpen ein elektrischer Heizstab zur Unterstützung zu. Dieser wird bei korrekt dimensionierten Anlagen jedoch erstaunlich selten benötigt. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen macht der Heizstabeinsatz durchschnittlich nur etwa 2,8 Prozent der jährlichen Heizarbeit aus.

Die Planung erfolgt dabei nach dem sogenannten Bivalenzpunkt – meist bei etwa -5 °C statt der extremen Auslegungstemperatur von -15 °C. Felduntersuchungen zeigen, dass der elektrische Zusatzheizer bei korrekter Dimensionierung weniger als 3 Prozent der Jahresheizarbeit übernimmt. Bei Erdwärmepumpen ist dieser Anteil mit durchschnittlich 1,2 Prozent sogar noch geringer.

Schlussfolgerung

Zusammenfassend zeigt sich die Wärmepumpe als ausgereifte und effiziente Heiztechnologie für Schweizer Haushalte. Diese Systeme wandeln mit beeindruckender Effizienz eine Kilowattstunde Strom in bis zu fünf Kilowattstunden Heizenergie um.

Die verschiedenen Wärmepumpentypen bieten dabei unterschiedliche Vorteile: Luft-Wasser-Wärmepumpen überzeugen durch einfache Installation und niedrige Investitionskosten, während Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Systeme durch konstant hohe Effizienz punkten.

Technische Grenzen bestehen zwar bei extremer Kälte und hohen Vorlauftemperaturen, dennoch arbeiten moderne Wärmepumpen selbst unter anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig. Besonders bemerkenswert erscheint die Tatsache, dass elektrische Zusatzheizungen bei korrekter Dimensionierung nur etwa 3 Prozent der Jahresheizarbeit übernehmen.

Die jahrzehntelange Erfahrung – wie das Beispiel der seit 1931 betriebenen Wärmepumpe im Rathaus Zürich zeigt – bestätigt die Langlebigkeit und Verlässlichkeit dieser Technologie. Schliesslich unterstreicht der geringe Wartungsaufwand bei gleichzeitig hoher Energieeffizienz die Position der Wärmepumpe als zukunftssichere Heizlösung für die Schweiz.

FAQs

Q1. Wie funktioniert eine Wärmepumpe grundsätzlich? Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Luft, Erdreich oder Wasser) Wärmeenergie und transportiert diese ins Gebäudeinnere. Dabei durchläuft ein Kältemittel in einem geschlossenen Kreislauf die Phasen Verdampfung, Verdichtung, Verflüssigung und Entspannung. Mit diesem Prozess kann aus einer Kilowattstunde Strom bis zu fünf Kilowattstunden Heizenergie erzeugt werden.

Q2. Welche Arten von Wärmepumpen gibt es? Es gibt drei Haupttypen von Wärmepumpen: Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Umgebungsluft als Wärmequelle, Sole-Wasser-Wärmepumpen erschliessen die Erdwärme und Wasser-Wasser-Wärmepumpen verwenden Grundwasser. Jeder Typ hat spezifische Vor- und Nachteile in Bezug auf Effizienz, Installation und Kosten.

Q3. Wie effizient sind Wärmepumpen im Schweizer Winter? Die Effizienz einer Wärmepumpe wird durch den COP (Coefficient of Performance) ausgedrückt. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen in der Schweiz typischerweise COP-Werte von 3,4 bis 4,1. Bei sehr niedrigen Temperaturen sinkt dieser Wert jedoch. Sole-Wasser-Wärmepumpen arbeiten aufgrund der konstanteren Erdtemperatur ganzjährig effizienter.

Q4. Welche Temperaturen können Wärmepumpen erreichen? Die meisten Wärmepumpen erreichen Vorlauftemperaturen zwischen 60°C und 65°C. Einige Hochleistungsmodelle können kurzfristig bis zu 70°C oder 75°C liefern, allerdings auf Kosten der Effizienz. Generell arbeiten Wärmepumpen am effizientesten bei niedrigeren Vorlauftemperaturen, weshalb sie ideal für Flächenheizungen geeignet sind.

Q5. Benötigen Wärmepumpen zusätzliche elektrische Heizungen? Bei extremer Kälte oder hohem Wärmebedarf können sich elektrische Heizstäbe zuschalten. Bei korrekt dimensionierten Anlagen wird dieser Zusatzheizer jedoch selten benötigt. Untersuchungen zeigen, dass der elektrische Zusatzheizer bei Luft-Wasser-Wärmepumpen durchschnittlich nur etwa 2,8 Prozent der jährlichen Heizarbeit übernimmt, bei Erdwärmepumpen sogar nur 1,2 Prozent.